• Verkehrssysteme stossen teilweise an ihre Grenzen

Verkehrssysteme stossen teilweise an ihre Grenzen

28.09.2020

Ni. Die kantonale Verkehrspolitik ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Alpinen Wirtschaftsraums. Der HEV Graubünden teilt die Meinung des Kantons, wonach die Verkehrssysteme teilweise an ihre Grenzen stossen und Defizite in der Strasseninfrastruktur bestehen.

Der kantonale Richtplan stellt das Planungsinstrument auf Kantonsebene dar. Er koordiniert die Entwicklung von Siedlung, Verkehr und Infrastruktur und sorgt dabei auch für den Schutz von Natur und Landschaft. Der Teilbereich «Verkehr» wurde nun vom Kanton überarbeitet, denn es fehlten neuere Aspekte der Mobilität. 

Gemäss HEV Graubünden sollen nicht nur Wohngebiete vor schädlichen Einwirkungen des Verkehrs geschützt und die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sichergestellt werden. Ebenso sollen wertvolle Siedlungsgebiete, Ortsteile, Ortskerne und allgemein die Baukultur vor Verkehrsüberlastung geschützt werden. Das teilweise sehr grosse Verkehrsaufkommen während Spitzenstunden und an Wochenenden durch Zentren und Ortskerne haben vielerorts negative Auswirkungen wie Lärm- und Umweltbelastungen für Bewohnerinnen und Bewohner zur Folge. Zudem müssen die sich aus dem gestiegenen Verkehrsaufkommen ergebenden Sicherheitsprobleme aller Art vermehrt beachtet werden. Zu viel Verkehr innerhalb der Ortschaften führt weiter zu geringerer Wohn- und Lebensqualität und bringt Einbussen beim Liegenschaftswert. Die Ortskerne zerfallen, Investitionen werden nicht mehr getätigt. Mit geeigneten Massnahmen soll der Baukultur Sorge getragen werden.

Ein besonderes Augenmerk muss auch auf den Ausweichverkehr von der Nationalstrasse auf die untergeordneten Kantons- und Gemeindestrassen gelegt werden. Der HEV begrüsst, dass diese Problematik im Richtplan aufgenommen wurde. Allerdings müssen griffigere Massnahmen zur Behebung dieser Situation geplant werden.